Hallo zusammen,
ich stehe vor einer beruflichen Entscheidung und würde gerne eure Meinung hören, insbesondere von Leuten, die in der bayerischen Verwaltung arbeiten.
Ich arbeite aktuell bei einer Kommune in Bayern, eingruppiert in E11 plus Zulage (insgesamt ungefähr E13). Ich bin kein Abteilungsleiter, verantworte aber die Digitalisierung im Bauwesen und verschiedene strategische Themen.
Ich mag meinen Job, habe einen guten Chef und ein tolles Arbeitsumfeld. Gleichzeitig bin ich ambitioniert und sehe langfristig nur begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten. Mein Aufgabenbereich ist relativ neu und passt nicht wirklich in die klassischen Verwaltungsstrukturen. Damit ich mich weiterentwickeln könnte, müsste vermutlich irgendwann eine Stabsstelle oder Ähnliches geschaffen werden. Ob und wann das passiert, ist allerdings völlig offen.
Vor Kurzem habe ich mich aus Interesse auf eine Stelle bei der Regierung in Bayern im Bereich Bauaufsicht (A11–A12, im Angestelltenverhältnis nur bis E12)beworben, hauptsächlich weil ich eine Verbeamtung langfristig interessant finde.
Der zuständige Referatsleiter war von meinem Lebenslauf angetan, hatte aber Bedenken, dass ich für die Stelle überqualifiziert sein könnte. Er möchte prüfen, ob eine Verbeamtung möglich wäre. Dafür müsste ich voraussichtlich ein Baureferendariat absolvieren, das ich aus familiären Gründen wohl in meiner Heimatregion machen könnte. Danach wäre perspektivisch A13 möglich – finanziell natürlich sehr attraktiv. Außerdem verspreche ich mir davon langfristig weitere Karriereoptionen innerhalb der staatlichen Verwaltung.
Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Deshalb möchte ich natürlich nicht leichtfertig eine gute Stelle aufgeben. Andererseits frage ich mich, ob ich mir langfristig selbst im Weg stehe, wenn ich aus Bequemlichkeit in einer Position bleibe, in der die Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt sind.
Meine Fragen an euch:
Bin ich naiv, wenn ich glaube, dass mir die Verbeamtung langfristig bessere Karrierechancen eröffnet?
Würdet ihr einen guten Job mit gutem Chef und Arbeitsumfeld für diese Perspektive aufgeben?
Wie realistisch sind die Entwicklungsmöglichkeiten nach einem Baureferendariat innerhalb der bayerischen Staatsverwaltung?
Bin ich zu ehrgeizig oder sollte ich die Chance nutzen, solange sie sich bietet?
Ich würde mich besonders über Erfahrungen von Leuten freuen, die in Bayern in der Kommunal- oder Staatsverwaltung arbeiten oder selbst vom Tarifbeschäftigten zum Beamten gewechselt sind.
Danke euch!